Nummer 1:
Wir haben unsere Steuern erklärt, was bedeutend einfacher ist als in Deutschland - die Steuererklärung passt, wenn auch nicht auf einen Bierdeckel, so doch immerhin auf eine(!) DIN-A4-Seite.
Etwas komplizierter wird es, wenn es ans Bezahlen geht. Die Steuern werden hier nicht gleich abgezogen wie in Deutschland, sondern erst mit der Erklärung fällig. Die muss man bis zum 31.03. des Jahres erledigt und auch den fälligen Betrag bezahlt haben. Aber online überweisen? Disculpa, Senora, das geht leider nicht! Bareinzahlung bei der Bank ist angesagt, denn die stempeln dann auch das entsprechende Formular für die eigenen Unterlagen, mit denen man die Zahlung nachweisen kann. Oder man kauft einen speziellen Scheck, ein normaler geht nicht, mit dem man den entsprechenden Betrag entrichtet..Irgendwo muss es ja verkompliziert werden ;-)
Nummer 2:
Hugo Chávez hat am Mittwoch Nachmittag erklärt, dass die semana santa, die Osterwoche, dieses Jahr verlängert wird. Normalerweise sind in Venezuela der Donnerstag und der (Kar)Freitag Feiertage. Dieses Jahr ist das etwas anders - auch der Montag, Dienstag und Mittwoch sind nach Hugos Willen und Gesetz nächste Woche frei. Hätte er sich das nicht eher einfallen lassen können? Dann wären wir bereits auf dem Weg nach Deutschland! Die Idee, die dahinter steckt? Energie sparen und Wählerstimmen sammeln. Es hat noch nicht geregnet, der Guri Stausee trocknet mehr und mehr aus. Und im Herbst sind Wahlen. Die zweite Maßnahme wird sicher Erfolg haben, sehr viele Menschen sind natürlich total begeistert, eine ganze Woche frei "geschenkt" zu bekommen. Ob die Idee des Energiesparens allerdings Früchte trägt? Eher kaum, denn wenn auch die Firmen und Geschäfte schließen, verlängert das die Frist bis zum Kollaps nur unwesentlich. Es muss schon einige Monate regnen, um den Wasserstand des Stausees wieder auf ein ausreichendes Maß zu bringen...
Nummer 3:
War die Erklärung des Dirigenten, dass das heutige Konzert der "festivales cabriales" das letzte der am 01. November begonnenen Reihe sei. Wir waren heute Vormittag im Park, der nicht weit von unserem Haus entfernt ist. Um 11 Uhr begann besagtes Konzert und wir waren wirklich sehr angetan. Verdi wurde zum Auftakt gespielt, Saint Saens Sinfonie folgte und zum Abschluß gab es Beethoven im Doppelpack. Die Ouvertüre Egmont und anschließend "Ode an die Freude". Wir waren vom gesamten Konzert begeistert, aber die Ode an die Freude war das Glanzstück der Vorstellung! Zum Orchester ein 40, 50 Mann starker Chor sowie ein Sopran, ein Mezzosopran, ein Tenor und ein Bariton. Eine tolle Darbietung unter freiem Himmel - wir sind wieder dabei, wenn im November in die neue Saison gestartet wird!

Mit Kollegin Astrid im Park
Sehr interessant, von Deutschen in Venezuela von heute zu lesen. Grüsse von einem Valencianer in Europa und (leider) immer aufpassen!
AntwortenLöschen