Sonntag, 21. Juni 2009

baby:shower und wer ist eigentlich Paul?

Nein, das ist keine spezielle Dusche für die Kleinsten. Und es regnet auch keine Babies ;-) Obwohl man das gerade fast denken könnte, in meinem direkten und näheren Umfeld: Kollegin Sandra hat eröffnet, dass sie uns in ca. 6 Monaten für eine Weile verlässt, Kollegin Eliana hat letzte Woche einen kleinen Enrique zur Welt gebracht und Maria hat sich vor 14 Tagen in den Mutterschutz verabschiedet. Und für sie werden wir nächstes oder übernächstes Wochenende „baby showern“.

Der Begriff und die Idee kommen, wie sollte es anders sein, aus den Estados Unidos, den Vereinigten Staaten. Ein paar Wochen vor der Geburt werden die Frauen aus dem Familien-, Freundes-, Kollegenkreis eingeladen, normalerweise nicht von der werdenden Mutter selbst, sondern von einer Freundin oder Verwandten. Die baldige Mama schreibt auf, was sie für das Baby noch benötigt oder sich wünscht und die Liste wird unter den Gästen verbreitet. Eingeladen werden übrigens üblicherweise nur Frauen! Höre ich da einen erleichterten Seufzer aus der Herrenwelt? ;-) Ich glaube, Männer haben wenig Sinn für diese Art von weiblichen Zusammenkünften (und Frauen wenig Lust, augenrollende Partner an ihrer Seite sitzen zu haben) und so hat Frau klugerweise von vornherein beschlossen – Väter und solche, die es werden wollen, bleiben draußen!

Ich bin schon sehr gespannt auf diesen Nachmittag, der wahrscheinlich üblich venezolanisch sehr laut und fröhlich, mit viel Gekicher und Geschwätz, verlaufen wird und werde auf jeden Fall anschließend darüber berichten!

Aber nicht nur hier ist Schnulleralarm, auch in Deutschland gibt es Nachwuchs zu begrüßen: Meine Cousine Melanie hat einen kleinen Matti geboren, herzlichen Glückwunsch und alles Gute für euch!

Und für alle, die sich immer schon gefragt haben, wer ist eigentlich Paul (sorry Tina, aber bei DER Vorlage kann man gar nicht anders!):



Das ist der neue Wecker meiner Großcousine Tina und ihres Mannes Thorsten – Paul, geboren am 04.06.2009. Bienvenidos und ich hoffe, ich hab im September Gelegenheit, dich kennen zu lernen!

Montag, 25. Mai 2009

Kaum zu glauben...

...ich bin bereits über 3 Wochen wieder hier - die Zeit vergeht wie im Flug! Fast kommt es mir so vor, als wäre ich gar nicht weg gewesen. Aber nur fast ;-)

Der Alltag hat mich schnell wieder eingeholt. "Buenos dias, Chama, como te va?" hat mein Kollege Guillermo mich am ersten Wiederarbeitstag begrüßt. Die Frage, wie es mir geht, konnte ich nur mit "Bien, muy bien" - gut, sehr gut - beantworten. Ich war zwar sehr müde, aber hatte die gute Zeit in Deutschland noch in Gedanken und war auch froh, wieder hier zu sein. Nach einer kleinen Viertelstunde Urlaubsbericht und Fragen beantworten zur Familie geht es ans Tagesgeschäft: Welche Schiffe sind eingetroffen, welches Material ist bereits vom Zoll abgefertigt, was schon auf der Baustelle angekommen? Was auf anderen Baustellen ganz einfach und unkompliziert abläuft, ist in Venezuela, wie könnte es anders sein, eine oft schleppende Angelegenheit, begleitet von vielen großen und kleinen Hürden.

Ein Schiff mit Containerfracht, das am Tag X im Hafen Puerto Cabello erwartet wird, ändert die Route, weil der venezolanische Hafen meldet, das kein Platz mehr ist, keine Cargo gelöscht werden kann. Also steuert das Schiff erstmal Cartagena, Kolumbien oder Point Lisas, Trinidad an und wird ungefähr eine Woche später als geplant in Venezuela eintreffen. Um das genau zu erfahren, müssen wir hinter der zuständigen Shipagency hertelefonieren, nur die kann uns sagen, ob das Schiff bereits im Hafen liegt und die Ladung gelöscht ist. Ist der Hafen immer noch zu voll, kann es vorkommen, dass das Schiff noch 2 Tage vor Anker liegt - eine weitere Verzögerung.

Nach dem Löschen der Ladung werden die Container per LKW in ein Warehouse gebracht, hier beginnt der Prozeß der Entzollung, der in die Zuständigkeit unseres Auftraggebers fällt. Leider, muss man manchmal sagen, denn es gibt Zeiten, da spielen für den halbstaatlichen Betrieb andere Dinge eine übergeordnete Rolle: Anfang des Jahres die Vorbereitung auf die "Enmienda" z. B., die Abstimmung darüber, ob Präsident Chavez demnächst unbegrenzt wiedergewählt werden darf. Da kamen die Angestellten morgens ins Büro, haben 1 Stunde lang vielleicht ein paar Mails gelesen und dann wurde politisch gearbeitet - Propaganda! Dass ein Bauprojekt dadurch in arge Terminverzüge geraten kann, weil nicht da ist, was gebraucht wird, ist dann Nebensache...

Im Idealfall dauert die Entzollung 10 Tage, der Kunde informiert uns rechtzeitig, wann wir den Transporteur mit den LKW schicken sollen, denn der Transport der Ware vom Hafen auf die Baustelle ist unsere Sache. Wenn wir die Spedition beauftragen, wird es wieder spannend, ob zum bestellten Zeitpunkt ausreichend LKW zur Verfügung stehen, für manchmal 6 oder 8 Container oder auch einige Dutzend Rohre verschiedenen Durchmessers, die sorgsam auf den LKW verstaut werden müssen.

Wenn alles reibungslos läuft, wird der LKW am Morgen in Puerto Cabello beladen und ist gegen Mittag auf der Baustelle. Hier wird die Fracht noch vor dem Abladen von meinem Kollegen Eladio inspiziert und fotografiert, für den Fall, dass es zu Transportschäden gekommen ist und wir einen Schaden melden müssen. Dann erst wird vom Personal unserer Lagerhäuser abgeladen und registriert und verstaut, ein Beleg ausgefüllt und eingescannt und bis zum Erhalt der Rechnung des Transporteurs ist diese Verschiffung erst einmal abgeschlossen.

Wie gesagt...Wenn alles reibungslos läuft und das ist hier selten der Fall. Neben bevorstehenden Volksabstimmungen, Wahlen oder überfüllten Häfen sind übereifrige Zollbeamte, nachlässige Zollagenten, unzuverlässige Transporteure oder korrupte Nationalgardisten einige von vielen kleinen Stolpersteinchen auf dem Weg der Fracht von Deutschland, China oder Amerika nach Venezuela.

Das macht es nicht immer einfach, klar, aber (für mich) auch interessant und spannend. Guillermo erklärt mir alles und berichtet gern von seinen Erfahrungen, die er in 35 Jahren im Beruf schon gemacht hat. Am Ende weist er auf sein schon recht ergrautes Haupthaar und sagt augenzwinkernd "Remember: This is not painted!"

Ich werde mir weiter die Haare färben! ;-)

Donnerstag, 30. April 2009

Home is

where your heart is, sagt man ja...

Und somit sage ich, ich bin wieder Zuhause!

Danke für zwei schöne Wochen an Mutz, Papi, Irmtraut, Burkhard, Mami, Tinchen, Anja, Heidi, Kikki, Tina, Volker (x 2), Konny, Peter, Norma, Pia, Hendrik & Band, Silvia, CK, Manolo, Steffi, Simone und alle, die ich vergessen habe, zu nennen.

Alle konnte ich nicht treffen, die Zeit war einfach zu knapp. Aber ich komm wieder und sooooooo lange dauert es gar nicht mehr bis dahin ;-)

Die Begrüssung im Büro war sehr herzlich, das Mail-Postfach sehr voll und die Müdigkeit heute Abend sehr gross...

In den nächsten Tagen wieder mehr!

Dienstag, 14. April 2009

Urlaub!

Bis zum 29. April verabschiede ich mich erst mal in den "Heimaturlaub"!

Ich freu mich schon sehr auf meine Familie, Freunde, viele Treffen, Mutz' 60. Geburtstag, Tinas -sag ich nicht wievielten-, Körnerbrot, ne Bratwurst, ausführliches Ratschen und Tratschen, Ausgehen, Bluesjam und Kammerkonzert...

Die Zeit wird viel zu kurz sein, das weiß ich jetzt schon!

Aber ganz ehrlich:
Ich freue mich auch schon ein bißchen darauf, wieder hierher zu kommen. Weil ich dann Uli nach drei ziemlich langen Wochen endlich wiedersehe (Zeit ist nicht immer gleich lang, aber wer wüsste das nicht? ;-)) und auch auf die Arbeit. Der Job ist toll, meine/unsere Kollegen sind klasse und ich bin gerne hier und auch ein wenig stolz, in diesem Projekt mitzuarbeiten.

Und ja, wenn ich zurück bin, schreibe ich endlich mal was zum Job, zu den Kollegen, zum Arbeitsalltag eben.

Versprochen!

Hasta pronto...

Freitag, 10. April 2009

Ich wünsche euch



...und dass sich das gute Wetter halten möge bis und solange ich in Deutschland bin! Also, esst schön alle eure Ostereier auf ;-)

Samstag, 4. April 2009

Geburtstag auf venezolanisch

Am Donnerstag hatte Uli Geburtstag, seinen xx. ;-)

Bevor wir morgens zur Arbeit gefahren sind, gab es ein kleines Geschenk von mir und im Büro folgte am Nachmittag das übliche Prozedere:

Die Personalleiterin, Viagnelis, bestellt eine Torte. Das Geburtstagskind hat natürlich üüüüüberhaupt keine Ahnung (ich bin extra noch mal von ihr zum Schweigen verdonnert worden!), dass es am Nachmittag Kuchen geben wird. Gegen viertel nach vier geht Viagnelis dann zu den Kollegen (wer gerade nicht da ist, hat Pech gehabt oder wird mit ein bisschen Glück von anderen informiert) und kündigt für halb fünf das Treffen im Besprechungsraum, oder, falls der besetzt ist, in der Küche an.

Gegen halb fünf trudeln nach und nach alle ein; es wird Cola und Limo ausgeschenkt und der Kuchen angeschnitten. Die Stücke legt man auf eine Serviette, die gibt’s in die Hand und fertig. Kein Besteck, keine Teller, das muss nur gespült werden und das macht unnötige Arbeit. Wir haben inzwischen gelernt, unfallfrei Torte „aus der Hand“ zu essen! Und gesungen wird, natürlich: Cumpleaño feliz, die spanische Version von Happy Birthday. Gesungen wird sowieso sehr viel, aus irgendeiner Ecke hört man eigentlich immer jemanden singen. Und sie können es irgendwie alle (Gottseidank!)
Um viertel vor fünf löst sich die Runde zügig auf, es ist schließlich Feierabend und alle wollen nach Hause.

Uli und ich haben abends noch einen venezolanischen Likör getrunken (Rum mit Passionsfrucht, sehr lecker) und werden heute gebührend nachfeiern: Es geht zum Essen auf die Terrasse des Interconti.

Nächste Woche freue ich mich ab Mittwoch über viel Post von euch; Uli fliegt nach Deutschland und ich bin erst am 16.04. dran ;-) Also, vertreibt mir die Zeit bis dahin – hier ist Semana Santa, die Heilige (Oster)Woche, ab Mittwoch Mittag bis einschließlich Sonntag hab ich Osterferien...



Von links nach rechts: Jairo, der EDV-Mann, Uli, das Geburtstagskind, Rosario, die Betriebsärztin, Eulimir, Ulis Assistentin und Sandra, die Assistentin unseres Procurement Managers (auch ein Uli, derzeit im Osterurlaub)

Sonntag, 29. März 2009

Schreibfaul

mag ich ja sein, untätig deswegen noch lange nicht:

Wir sind früh aufgestanden, waren bereits auf dem Casupo (dem kleinen Berg am Stadtrand) und ich hab gebacken - hier das Ergebnis:



Lecker, hm? Und das riecht so gut!

Eines davon ist für uns, eines werde ich morgen mit ins Büro nehmen und meinem Kollegen Guillermo schenken. Seine Frau ist gerade von ihrem eigentlich gemeinsamen Wohnort nach Valencia umgesiedelt, die beiden haben viel Stress gehabt in den letzten Wochen und zum Einzug verschenkt man doch Brot und Salz (gibt es dazu, klar), nicht wahr? ;-)